Still und unbemerkt verwandelt sich unsere Welt

 … ob sie sich zum Guten wandelt, liegt an uns selbst

Jemand aus meinem Bekanntenkreis, den ich gut kannte, ist viel zu früh und viel zu jung, an Corona gestorben.
Das beschäftigt mich sehr und hat mich schockiert. Ich selbst war bezüglich der Coronaregelungen bisher etwas zwiegespalten und habe, wie viele andere – auch wenn ich mich immer konform verhalten habe – hier und da gezweifelt, ob all diese Maßnahmen denn richtig und angemessen sind .. (Bewegungs-) Freiheit, Gemeinschaft, Lebensfreude, Nähe zu meinen Mitmenschen und ein eigener Entscheidungswille sind für mich immer wichtig gewesen. Aus diesem Grunde kann ich sehr gut die vielen Menschen verstehen, die sich für ihre Freiheit und ihre Bedürfnisse, und auch die Bedürfnisse unseres sozialen und wirtschaftlichen Lebens einsetzen.
Wenn aber ein Mensch aufgrund dieser Krankheit viel zu früh und zu jung stirbt – der in unmittelbarem Umfeld ist, der womöglich nicht gestorben wäre, wäre es eine normale Grippe gewesen, und der ohne dieses Virus noch leben würde, dann erkennt man erst den Ernst der Lage und die Notwendigkeit, dass wir uns solidarisch verhalten, zusammenhalten und uns alle gemeinsam schützen sollten, fernab unserer modernen Lifestyle Bedürfnisse. Warten wir nicht darauf, dass es uns selbst geschieht, dass uns ein geliebter Mensch verlässt.
Und ja, ich glaube trotzdem, dass es immer noch Regelungen gibt, die eventuell überdacht werden müssten oder einiges noch schief läuft, und ich bin mir auch bewusst über die vielen Menschen, deren Existenz gefährdet ist, deren Boden unter den Füßen weggezogen wird und Menschen, die einsam sind. Ich sehe auch die Auswirkungen, die all das auf unser Leben, wie wir es bisher kannten, hat und noch haben wird, und natürlich bereitet mir das Sorge und auch Angst und ein Unwohlsein. Ja klar, vieles gefällt auch mir nicht , meinem Ego. Dass ich zb. diese Gemeinschaft mit meinen Mitmenschen, die ich mir wünsche, aktuell nicht haben kann. Dass ich nicht zum Sport gehen kann, dass ich abends nicht ausgehen kann mit Freunden … die Frage ist dann aber auch: „Wer von mir will das? Wer ist das, der daran festhält und erwartet, dass das Leben immer auf die gleiche Weise verläuft und mir immer alle Wünsche erfüllt werden? Und frage mich dann auch: Ist das realistisch, dass mir IMMER alles erfüllt wird im Leben? Das IMMER alles so läuft, wie ich es mir wünsche?“
Und dann kommt mir noch ein anderer Gedanke: Was haben die Menschen in anderen Krisen vor uns gemacht? Wenn wir uns mal an andere schlimme Krisen erinnern?
Mir ist klar geworden, es ist so wichtig, dass wir uns ALLEM was da ist – auf beiden Seiten- bewusst sind und ALLE Menschen da draußen SEHEN und uns öffnen für beide Meinungen und Ängste – mit Verständnis und Mitgefühl.
Nur dann ist es möglich, dass nicht noch mehr Spaltung in dieser Welt entsteht.
Und wie im Aussen, so sollten wir auch im Inneren sein : uns auch den EIGENEN inneren zwiegespaltenen Seiten in uns mit Liebe zuwenden: ihnen zuhören, was sie zu sagen haben, sie ernst nehmen, urteilslos und sie auch hinterfragen , und fragen, was steckt dahinter? Was steckt hinter meinen Gefühlen und Gedanken? Warum kann ich manches nicht akzeptieren? Was macht mich wütend? Was macht mir Angst? Was macht mich misstrauisch? Wogegen will ich rebellieren? Warum verharre ich auf nur einer Meinung?
Um dann in Mitgefühl zu sein mit dem was da ist. Dann bin ich in Frieden mit mir selbst und kann so auch Frieden in die Welt ausstrahlen.
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Wir können diese aktuelle Zeit in dieser Krise sinnvoll nutzen, indem wir zu unserer eigenen inneren Stille zurückkehren, die wir sonst im Alltagstrubel fast ausschließlich wegdrücken. Wir können diese Zeit als eine Art Entschleunigung und Beginn sehen – ein Beginn uns wieder mit uns Selbst, unserem wahren Sein, fernab von äußeren Einflüssen, zu verbinden – unserer eigenen inneren Welt mit hellen und dunklen Anteilen in uns, die wir verwandeln können durch Gewahrsein, Wertungsfreiheit und Mitgefühl . Wir können es versuchen , jeden kommenden Tag aufs Neue. Auch ich übe mich immer wieder aufs Neue, auch wenn die Gewohnheit schnell zurückkehrt, wieder nach Außen zu schauen.
Doch gerade jetzt, ohne all die gewohnte Ablenkung, ist es eine große Chance für uns, uns selbst zu begegnen. Und das ist die beste Medizin, die wir der Welt momentan geben können. Transformation funktioniert nur von innen nach außen. Sie beginnt in jedem von uns, und nur durch uns selbst.